Neujahrsansprache 2019
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Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Landrat Schmidt, sehr geehrter Herr Wehnes,
geschätzte Ehrengäste, liebe Bad Emstalerinnen und Bad Emstaler,


ich begrüße Sie ganz herzlich zum Neujahrsempfang hier in Bad Emstal.

Ein Neujahrsempfang ist eine gute Tradition um Rückblick zu halten,  Ausblick zu geben und besonders wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen. Um eine Tradition einprägsam zu machen, braucht es ein Alleinstellungsmerkmal, neudeutsch USP.

Hier in Bad Emstal erwartet Sie deshalb im Anschluss ein Heringsessen. Und in Gedanken daran, kommt etwas Demut bei mir auf. Als wir in 1995 die Gaststätte Quellenhof im Thermalbad übernommen haben, waren mir damals die Veranstaltungen der Gemeinde schon immer von besonderer Bedeutung. Es hat schon einiges an Überredungskunst gekostet, Dich lieber Eckhard Bräutigam als damaligen Bürgermeister, davon zu überzeugen, Hering anzubieten.

Wer hätte damals Gedacht, dass ich heute in der Funktion des Bürgermeisters auf dem Neujahrsempfang zu Ihnen spreche?

Ich danke deshalb meiner Familie, dass Sie diese Veranstaltung mit dieser Kulinarik weiterhin bereichert und dem Team vom SSV Sand, dass dabei unterstützt.

Nun ein Rückblick auf das vergangene Jahr und die ersten sechs Monate im neuen Amt:

Bei investiven Maßnahme ist die neue Abwasserdruckleitung zwischen Offenhäuser Weg und der Bundesstraße zu nennen, die durch den Einbau eines Schachtbauwerkes mit Reinigungsöffnungen nun besser gewartet und instand gehalten werden kann.

Die marode Trinkwasserhauptleitung zwischen Kurpark und der Straße am langen Garten konnten wir mit Rahmenvertragsfirmen und der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit unserem Zweckverband kommunale Dienste in Eigenleistung bauen.

Meine Damen und Herren, dass macht schon auch Stolz, mit solch motivierten Mitarbeitern zusammen zu arbeiten und hier verkünden zu können, dass 70 T€ eingespart werden konnten.

In der Verwaltung wurde der elektronische Rechnungsworkflow eingeführt. Von nun an wird im Rechnungswesen fast papierlos und effektiver gearbeitet.

Was uns großes Kopfzerbrechen bereitet, ist die Entwicklung der Finanzen. So mussten wir im Herbst eine haushaltswirtschaftliche Sperre verhängen, da sich die Gewerbesteuereinnahmen ggü dem Vorjahr um fast die Hälfte reduzieren.

Für das neue Haushaltsjahr lässt dies nichts Gutes erahnen. Denn zu Einnahmeausfällen kommen hohe zusätzliche Ausgaben für Kinderbetreuung und Umlagen hinzu.

Um Klarheit über die zukünftigen Herausforderungen zu erhalten, haben wir intensiv an einer Bestandsaufnahme gearbeitet. Den Bürgern ist schon längst klar, angesichts Schlaglöchern und kaputten Straßen, was anliegt. Hier wird nun für alle deutlich, welchen Herausforderungen wir in den nächsten Jahren gegenüber stehen.

Nach der Grenzöffnung, wo es für Viele aufwärts ging, wurde hier ein großer Gewerbesteuerzahler dicht gemacht und 470 Arbeitsplätze abgebaut. Ein bis in die neunziger Jahre prosperierender Kurbetrieb wurde gleich durch mehrere Gesundheitsreformen ins Defizit getrieben. Und nun seit 2018 müssen wir wieder den Verlust von über 70 Arbeitsplätzen hinnehmen.

Sie werden mir sicher zustimmen, dass all das nicht hausgemacht ist. Davon, dass Steuereinnahmen sprudeln, wie den Medien wieder und wieder entnommen werden kann, bekommen wir hier nichts mit. Und das ist auch schon ein Stück weit frustrierend.

Deshalb möchte ich hier den Mandatsträgern für die konstruktive Zusammenarbeit in den letzten Monaten sehr herzlich danken. Hier gilt meine uneingeschränkte Wertschätzung über alle Parteigrenzen hinweg.

Und hier liebe Bürgerinnen und Bürger, möchte ich auch Sie um Wertschätzung für die ehrenamtliche Gremienarbeit bitten. Die Mitglieder des Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung bringen viel Zeit und Initiative ein, damit die Herausforderungen dieser Gemeinde gemeistert werden können. Angesichts der schwierigen Entscheidungen, die für die Zukunft zu treffen sind, ist dies sehr wichtig. Niemand, das möchte ich Ihnen versichern, macht es sich hier leicht.

Gegenseitige Wertschätzung ist absolute Voraussetzung, um miteinander vorwärts zu kommen.
Wenn wir das beherzigen, werden wir den Kopf nicht in den Sand stecken müssen sondern nach vorne gerichtet agieren.

Besondere Wertschätzung verdient das Ehrenamt in unserer Gemeinde. Stellvertretend möchte ich hier den SV Balhorn nennen, der mit viel Eigenleistung sein Clubhaus saniert hat, der Rosengarten im Kurpark ist mit viel Arbeit durch die Mitglieder des Förderverein Kurpark wieder zu einem Schmuckstück geworden und der Unterstützerkreis für Flüchtlinge kümmert sich aufopfernd um die Menschen, die aus Not zu uns gekommen sind. Eigentlich wäre es hier an dieser Stelle wichtig, noch viel mehr Engagement der Vereine in unserer Gemeinde aufzuzählen, das wäre allerdings Abendfüllend. Deshalb richtet sich mein Dank an alle Vereine und Institutionen.

Hier wäre allerdings auch wichtig, Wertschätzung in finanzieller Hinsicht für wichtige Projekte gewähren zu können. Das wird uns jedoch immer schwieriger, wenn nicht unmöglich gemacht. Deshalb bedarf es dringend struktureller Reformen, damit alle in einer Region Gleichbehandlung erfahren.

Diese Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger liegen mir am Herzen. Deshalb will ich gemeinsam mit Ihnen die Probleme und Aufgaben angehen und lösen.

Dazu sind wir gezielt einige Projekte angegangen:

Ein neuer Kindergarten mit mehreren Kita- und Krippengruppen wird jetzt zügig angegangen. Ein neues Baugebiet mit 29 Grundstücken, für die wir bereits auch genauso viele Anfragen haben, ist in Vorbereitung. Für den Kursaalkomplex haben wir einen Antrag auf Fördermittel aus einem Bundesprogramm gestellt. Gemeinsam haben wir Funktionsträger in Bund und Land motiviert, unser Anliegen zu unterstützen. Da heißt es jetzt Daumen drücken.

Hinzu kommen noch weitere große und kleine Projekte, über die wir rechtzeitig informieren.

Weiterhin präsentiert sich die Gemeinde seit Mitte letzten Jahres mit einer neuen Homepage, die schon viel Lob eingebracht hat.

Auch das sich die Touristische Arbeitsgemeinschaft jetzt mit neun Kommunen, dem Zweckverband Naturpark Habichtswald und der Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig präsentiert, ist für uns alle positiv. Ein sehr erfolgreiches Produkt, die Landtouren, sind für den Tourismuspreis der GrimmHeimat Nordhessen nominiert. Am Montag ist Preisverleihung und wir sind schon alle sehr gespannt. Stolz bin ich, dass wir gemeinsam mit der Stadt Niedenstein quasi die Keimzelle hierfür waren und dass die Geschäftsführerin aus unserer Verwaltung aufgrund Ihrer guten Arbeit diese Kooperation weiter leitet.

Zum Schluss möchte ich mich bei Ihnen allen bedanken, dass ich hier in meiner neuen Rolle als Bürgermeister so gut aufgenommen worden bin.

Besonderer Dank gilt den Mitarbeitern der Verwaltung und des Zweckverbandes für die bisherige sehr gute, motivierte und engagierte Zusammenarbeit.

Ich lade Sie deshalb alle dazu ein, die vor uns liegenden Aufgaben optimistisch, motiviert und engagiert miteinander anzugehen.

Ich wünsche Ihnen nun für das neue Jahr 2019 viel Gesundheit, Glück, Erfolg und Zufriedenheit.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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