Gemeinde Bad Emstal beschließt Konzeption zur Kinder- und Jugendarbeit


Die Gemeinde Bad Emstal hat eine Konzeption zur Kinder- und Jugendarbeit erarbeitet, die am 29. Oktober 2026 von der Gemeindevertretung beschlossen wurde. Sie bildet eine Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit und zeigt auf, wie bestehende Angebote gesichert und weiterentwickelt werden können.

Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinde. Rund 1.241 junge Menschen unter 25 Jahren leben in Bad Emstal. Damit umfasst die Zielgruppe mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. Ihnen attraktive Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, Begegnung, Mitgestaltung und persönlichen Entwicklung zu bieten, ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Familienfreundlichkeit der Gemeinde.

Die Bestandsaufnahme zeigt, dass die Kinder- und Jugendarbeit in Bad Emstal vor allem von einem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement getragen wird. Vereine, Kirchen und Initiativen leisten mit ihren regelmäßigen Angeboten und Einzelveranstaltungen einen wichtigen Beitrag. Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie die gemeindlichen Jugendräume sind feste Bestandteile dieser Angebotslandschaft.

Gleichzeitig macht die Konzeption deutlich, dass vielerorts personelle, räumliche und finanzielle Ressourcen begrenzt sind. Rückmeldungen der befragten Träger unterstreichen insbesondere den Wunsch nach mehr Unterstützung, geeigneten Räumlichkeiten, einer besseren Vernetzung und einer stärkeren Öffentlichkeitsarbeit.

Bestehende Strukturen stärken und neue Möglichkeiten schaffen

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Konzeption liegt deshalb auf der Sicherung und Weiterentwicklung vorhandener Strukturen. Dazu gehört insbesondere die Förderung des Ehrenamtes. Mit der bereits eingeführten Richtlinie zur Förderung des Ehrenamtes verfügt die Gemeinde über ein Instrument, das auch die Kinder- und Jugendarbeit gezielt berücksichtigt.

Darüber hinaus sollen die gemeindlichen Jugendräume in Balhorn, Sand und Riede in ihrer bestehenden Organisationsform weitergeführt und bei Bedarf gemeinsam mit den Verantwortlichen und Jugendlichen weiterentwickelt werden. Auch das Multifunktionshaus soll künftig Möglichkeiten für Angebote der Kinder- und Jugendarbeit bieten. Die Räumlichkeiten sollen dafür kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer Baustein ist der geplante französische Jugendaustausch mit der Partnerstadt Les Ponts-de-Cé. Unter dem Dach des Vereins „Wundertüte – gemeinsam lebenswert e. V.“ hat sich hierfür ein Partnerschaftskomitee gegründet, das den Austausch organisieren und insbesondere jungen Menschen Begegnungen über Ländergrenzen hinweg ermöglichen soll.

Angebote für Familien und mehr Beteiligung

Auch bestehende gemeindliche Angebote sollen weiter gestärkt werden. Dazu zählt insbesondere das „DropIn“-Elterncafé für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Ergänzend sieht die Konzeption eine Willkommenskultur für Neugeborene und ihre Familien vor. Ein Willkommenspaket mit wichtigen Informationen und Hinweisen auf regionale Angebote soll jungen Familien den Einstieg erleichtern und die Verbindung zur Gemeinde stärken.

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein weiterer wichtiger Bestandteil. Bestehende Formate wie die Jugendversammlungen und die Spielplatzbegehungen sollen weiter etabliert werden. Zudem soll die Einführung von Jugendbeauftragten die Möglichkeiten zur Mitwirkung verbessern und jungen Menschen eine stärkere Stimme bei gemeindlichen Entscheidungen geben.

Gemeinsam mit dem Jugendbeauftragten soll darüber hinaus eine „Zukunftsvision Jugend in 5 Jahren“ erarbeitet werden. Ziel ist es, Perspektiven zu entwickeln und aufzuzeigen, wie sich die Kinder- und Jugendarbeit in Bad Emstal langfristig gestalten und weiterentwickeln kann. Dabei sollen insbesondere auch die Wünsche und Vorstellungen der jungen Menschen selbst berücksichtigt werden.

Auch die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, Vereinen, Initiativen und weiteren Kooperationspartnern soll weiter ausgebaut werden.

Zukunft gestalten trotz begrenzter Ressourcen

Die Konzeption berücksichtigt ausdrücklich die eingeschränkten personellen und finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. Im Mittelpunkt steht daher nicht der Aufbau möglichst vieler neuer Angebote, sondern die verlässliche Sicherung bestehender Strukturen und die gezielte Nutzung vorhandener Potenziale.

Mit dem Beschluss der Gemeindevertretung am 29. Oktober 2026 verfügt Bad Emstal nun über einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit.

Die Konzeption macht dabei eines besonders deutlich: Eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie lebt vom Engagement vieler Menschen, von guten Kooperationen und von der Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche ihre Gemeinde aktiv mitgestalten können.